Neues in der Visual Basic-Sprache für Visual Basic 6.0-Benutzer
Aktualisiert: November 2007
Zahlreiche neue und verbesserte Features (z. B. Vererbung, Überladung und Schnittstellen) machen Visual Basic 2008 zu einer leistungsfähigen objektorientierten Programmiersprache. Auf dieser Seite werden einige der wesentlichsten Änderungen vorgestellt und Verknüpfungen zu weiterführenden Informationen bereitgestellt.
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Wenn Sie bereits mit Visual Basic 6.0 vertraut, finden Sie unter Änderungen in der Programmiersprache für Visual Basic 6.0-Benutzer eine Einführung in die neuen Konzepte. |
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Eine praktische Einführung in die neuen Sprachfeatures von Visual Basic 2008 finden Sie unter Visual Basic-Einführung. |
Neues
Visual Basic 2008 enthält die folgenden neuen Sprachfeatures:
Vererbung
Visual Basic 2008 unterstützt die Vererbung mithilfe der Definition von Klassen, die als Basisklassen für abgeleitete Klassen fungieren. Abgeleitete Klassen erben die Eigenschaften und Methoden der Basisklasse und können diese erweitern. Die geerbten Methoden können auch mit neuen Implementierungen der Basisklasse überschrieben werden. Alle mit Visual Basic 2008 erstellten Klassen sind standardmäßig vererbbar. Weil es sich bei den von Ihnen entworfenen Formularen auch um Klassen handelt, können Sie die Vererbung nutzen und auf Basis bereits vorhandener Formulare neue Formulare entwickeln. Ausführliche Informationen finden Sie unter Vererbung in Visual Basic.
Ausnahmebehandlung
Visual Basic 2008 unterstützt die strukturierte Ausnahmebehandlung. Dabei wird eine erweiterte Version der Try...Catch...Finally-Syntax verwendet, die von anderen Sprachen unterstützt wird, z. B. von C++. Die strukturierte Ausnahmebehandlung kombiniert eine moderne Kontrollstruktur (vergleichbar mit Select Case oder While) mit Ausnahmen, geschützten Codeblöcken und Filtern. Dank der strukturierten Ausnahmebehandlung kann die Erstellung und Verwaltung von Programmen mit robuster und umfassender Fehlerbehandlung vereinfacht werden. Ausführliche Informationen finden Sie unter Einführung in die Ausnahmebehandlung.
Überladen
Beim Überladen werden Eigenschaften, Methoden, Prozeduren oder Operatoren definiert, die zwar denselben Namen aufweisen, jedoch unterschiedliche Datentypen verwenden. Mithilfe von überladenen Prozeduren können Sie je nach Bedarf eine beliebige Anzahl von Implementierungen für verschiedene Datentypen bereitstellen, die sich rein äußerlich wie eine einzige, vielseitige Prozedur verhalten. Ausführliche Informationen finden Sie unter Überladene Eigenschaften und Methoden.
Überschreiben von Eigenschaften und Methoden
Mit dem Schlüsselwort Overrides können abgeleitete Objekte Merkmale überschreiben, die von übergeordneten Objekten geerbt wurden. Überschriebene Member verfügen über dieselben Argumente wie die von der Basisklasse geerbten Member, jedoch über andere Implementierungen. Die neue Implementierung eines Members kann die ursprüngliche Implementierung in der übergeordneten Klasse aufrufen, indem dem Namen des Members MyBase vorangestellt wird. Ausführliche Informationen finden Sie unter Überschreiben von Eigenschaften und Methoden.
Konstruktoren und Destruktoren
Konstruktoren sind Prozeduren, die die Initialisierung neuer Instanzen einer Klasse steuern. Umgekehrt sind Destruktoren Methoden, die Systemressourcen freigeben, wenn eine Klasse ihren Gültigkeitswert verlässt oder auf den Wert Nothing festgelegt wird. In Visual Basic 2008 werden Konstruktoren und Destruktoren mithilfe der Sub New-Prozedur und der Sub Finalize-Prozedur unterstützt. Ausführliche Informationen finden Sie unter Objektlebensdauer: Erstellen und Zerstören von Objekten.
Datentypen
In Visual Basic 2008 werden drei neue Datentypen eingeführt. Der Char-Datentyp ist eine vorzeichenlose 16-Bit-Größe, mit der Unicode-Zeichen gespeichert werden. Er entspricht dem System.Char-Datentyp in .NET Framework. Der Short-Datentyp, eine 16-Bit-Ganzzahl mit Vorzeichen, wurde in früheren Versionen von Visual Basic als Integer bezeichnet. Der Decimal-Datentyp ist eine 96-Bit-Ganzzahl mit Vorzeichen, die mit einer variablen Potenz zur Basiszahl 10 skaliert wird. In früheren Versionen von Visual Basic war dieser Datentyp nur innerhalb einer Variant verfügbar. In Visual Basic werden jetzt vorzeichenlose Integer-Datentypen (UShort, UInteger und ULong) sowie der Datentyp SByte mit Vorzeichen unterstützt. Ausführliche Informationen finden Sie unter Datentypen in Visual Basic.
Schnittstellen
Schnittstellen beschreiben die Eigenschaften und Methoden von Klassen. Im Unterschied zu Klassen stellen Schnittstellen jedoch keine Implementierungen bereit. Mit der Interface-Anweisung können Sie Schnittstellen deklarieren, mit der Implements-Anweisung können Sie Code schreiben, der die in der Schnittstelle beschriebenen Elemente verwendbar macht. Ausführliche Informationen finden Sie unter Schnittstellen in Visual Basic.
Delegaten
Delegaten sind Objekte, die die Methoden von Objekten auf Anweisung des Benutzers aufrufen können. Sie werden gelegentlich als typsichere, objektorientierte Funktionszeiger beschrieben. Mithilfe von Delegaten können Sie Prozeduren eine Ereignishandlermethode angeben lassen, die beim Auftreten eines Ereignisses ausgeführt wird. Sie können Delegaten auch in Multithreadanwendungen verwenden. Ausführliche Informationen finden Sie unter Delegaten und der AddressOf-Operator.
Freigegebene Member
Freigegebene Member sind von allen Instanzen einer Klasse gemeinsam verwendete Eigenschaften, Prozeduren und Felder. Die Verwendung freigegebener Datenmember bietet sich an, wenn mehrere Objekte auf Informationen zugreifen müssen, die allen Objekten gemeinsam sind. Sie können freigegebene Klassenmethoden verwenden, ohne zuvor ein Objekt der Klasse erstellen zu müssen. Ausführliche Informationen finden Sie unter Freigegebene Member in Visual Basic.
Verweise
Mithilfe von Verweisen können Sie die in anderen Assemblys definierten Objekte verwenden. In Visual Basic 2008 zeigen Verweise auf Assemblys und nicht auf Typbibliotheken. Ausführliche Informationen finden Sie unter Verweise und die Imports-Anweisung.
Namespaces
Namespaces verhindern Namenskonflikte, indem Klassen, Schnittstellen und Methoden in Hierarchien organisiert werden. Ausführliche Informationen finden Sie unter Namespaces in Visual Basic.
Assemblys
Assemblys ersetzen die Typbibliotheken und erweitern deren Funktionen, da alle erforderlichen Dateien für eine bestimmte Komponente oder Anwendung beschrieben werden. Eine Assembly kann einen oder mehrere Namespaces enthalten. Ausführliche Informationen finden Sie unter Assemblys.
Attribute
Mithilfe von Attributen können Sie zusätzliche Informationen zu Programmelementen bereitstellen. Beispielsweise können Sie mithilfe eines Attributs angeben, welche Methoden einer Klasse verfügbar gemacht werden, wenn die Klasse als XML-Webdienst verwendet wird. Ausführliche Informationen finden Sie unter Attribute in Visual Basic.
Multithreading
Mit Visual Basic 2008 lassen sich Anwendungen erstellen, die mehrere Aufgaben parallel ausführen können. Eine Aufgabe, durch die andere Aufgaben möglicherweise verzögert werden, kann in einem separaten Thread ausgeführt werden. Dieser Vorgang wird als Multithreading bezeichnet. Da beim Multithreading problematische Aufgaben in Threads ausgeführt werden, die von der Benutzeroberfläche getrennt sind, können die betreffenden Anwendungen schneller und besser auf Benutzereingaben reagieren. Ausführliche Informationen finden Sie unter Multithreadanwendungen.
Bitschiebeoperationen
In Visual Basic 2008 werden jetzt arithmetische Links- und Rechtsschiebeoperationen für integrale Datentypen (Byte, Short, Integer und Long) und vorzeichenlose Datentypen (UShort, UInteger und ULong) unterstützt. Arithmetische Verschiebungen sind nicht zyklisch, d. h., die Bits, die an einem Ende des Ergebnisses durch die Verschiebung herausfallen, werden nicht am anderen Ende wieder eingefügt. Die entsprechenden Zuweisungsoperatoren werden ebenfalls bereitgestellt. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Bitschiebeoperatoren und Zuweisungsoperatoren.
Deklaration von Schleifenvariablen
In Visual Basic 2008 können Sie eine Schleifenvariable als Bestandteil einer For-Schleife oder einer For Each-Schleife deklarieren. Sie können für die Variable eine As-Klausel in die For-Anweisung oder die For Each-Anweisung einfügen, vorausgesetzt, es wurde keine Variable mit diesem Namen außerhalb der Schleife deklariert. Der Gültigkeitsbereich einer in der beschriebenen Weise deklarierten Schleifenvariable ist die Schleife selbst. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie unter For...Next-Anweisung (Visual Basic) und For Each...Next-Anweisung (Visual Basic).
Neues in der Visual Basic-Sprache in Visual Basic 2005
In dieser Version von Visual Studio werden neue Visual Basic 2008-Sprachfeatures eingeführt, z. B. Fortsetzung von Schleifen, garantierte Freigabe von Ressourcen, gemischte Zugriffseigenschaften, vorzeichenlose Datentypen, Überladen von Operatoren, generische Typen und vieles mehr. Weitere Informationen finden Sie unter Neues in der Visual Basic-Sprache.
Siehe auch
Konzepte
Neues für Visual Basic 6.0-Benutzer